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Schwaden

Von der Burg, die später zum Schloss umgebaut wurde, blieb lediglich ein erhöhtes ummauertes Gelände im Dorf Schwaden erhalten.

Anhand der archäologischen Funde kann man urteilen, dass das Gelände, auf dem später die Burg errichtet wurde, schon in der Urzeit besiedelt worden war. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde das Dorf Schwaden zum Zentrum der Kolonisationsaktivität des böhmischen Grafen Hroznata von Perutz, am Ende des 12. Jahrhunderts war es im Besitz des Johanniterordens. Wann und von wem die Burg in Schwaden gegründet wurde, ist nicht sicher bekannt. Ihr erster nachgewiesener Besitzer war in den 70er Jahren des 13. Jahrhunderts der böhmische König Přemysl Ottokar II. Nach seinem Tod 1278 stellte die verwittwete Königin Kunigunde eine Urkunde aus, laut der die Burg Schwaden an die Johanniten zurückgegeben werden sollte. Wenige Jahre später befand sich die Burg jedoch wieder im königlichen Besitz. Im Jahr 1283 wurde sie nämlich unter den Burgen und Städten genannt, die an Otto von Brandenburg für die Entlassung des jungen Königssohns Wenzel II. verpfändet werden sollten. Die Gültigkeit der Verpfändung wurde aber noch im selben Jahr aus kaiserlicher Entscheidung aufgehoben. Im 14. Jahrhundert befand sich Schwaden im Besitz der Tetschener Wartenberger, die zu dieser Zeit auch die nah gelegene Burg Schreckenstein/Střekov hielten. Gerade zum Vorteil des viel stärkeren Schreckensteins verlor die Schwadener Burg allmählich an Bedeutung. 1370 wurde Schwaden als Hof bezeichnet, 1384 wurde es das letzte Mal als Burg genannt. Von da an wird in den schriftlichen Quellen im Zusammenhang mit Schwaden stets lediglich ein „Hof“ oder eine „Feste“ erwähnt. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert wurde auf der Stelle der ursprünglichen Burg ein Renaissance-Schloss erbaut, das 1814 einem vernichtenden Brand unterlag. Die Ruine des Schlosshauptgebäudes wurde 1895 zu einer bis heute existierenden Villa umgebaut.

Ort

50° 39' 52.2216" N, 14° 6' 6.516" E