Zikmund I. Děčínský z Vartenberka

Sein Leben wurde von der stürmischen Zeit der hussitischen Kriege entscheidend bestimmt, an denen er auf der Seite der Gegner der Hussiten aktiv beteiligt war. Nachdem Jan Žižka von Trocnov nahe der Stadt Leitmeritz (Litoměřice) seine Burg Kelch (Kalich) erbaute, errichtete Sigismund die Burg Panna in ihrer Sichtweite. Sie sollte als Stützpunkt für den Schutz eines Teils der Südgrenze seiner Herrschaft dienen. Durch die Erbauung der Burg Litýš nach 1422 wurde die Verteidigung noch verstärkt. Sigismund und sein jüngerer Bruder Johann wurden durch die damaligen Verhältnisse gezwungen, ihre Interessen auch gegenüber dem nördlichen Nachbar Friedrich II. von Sachsen militärisch zu schützen. Nach der Schlacht bei Aussig (Ústí) 1426 ging Sigismund zu den Hussiten über und nahm die vorher von einer sächsischen Mannschaft besetzte Burg Blankenstein ein. Später führte er aber wieder Kriege gegen die hussitischen Prager und vor allem gegen Jakob von Wrzessowitz (Vřesovic), dem Heerführer des militärischen Verbundes der hussitischen Städte Saaz (Žatec) und Laun (Louny). Im Jahr 1434, wo sich die Schlacht bei Lipany ereignete, kämpften Sigismund und Jakob von Wrzessowitz um die Burg Kostenblatt (Kostomlaty). Nach der Schlacht bei Lipany half Sigismund, die hussitische Bemannung der Burgen Panna, Kelch und Grafenstein (Grabštejn) niederzukämpfen. Bei der Belagerung der Stadt Tábor im Jahr 1438 wurde er nach einer Verratsbeschuldigung gefangengenommen und in Neuhaus (Jindřichův Hradec) arrestiert, wo er starb.

Für seine Fähigkeit, zwischen den ideologischen Gegnern pragmatisch zu lavieren, wurde Sigismund von Wartenberg von den damaligen Chronisten „vrtoch“ (Wankelmut) genannt. Trotzdem ist es offensichtlich, dass Sigismund in den schwierigen Zeiten bestand und seinen Nachkömmlingen mehr Vermögen hinterlassen konnte, als er einst selbst von seinem Vater erbte. Er heiratete zweimal – das erste Mal Anna von Kökeritz, das zweite Mal Agnes von Sternberg (Šternberk), die Erbin der Herrschaft Leipa (Lipa). Auch seine Söhne Heinrich und Johann werden in den schriftlichen Quellen als tüchtige Krieger erwähnt, die sich vor allem in den Kämpfen gegen den Oberlausitzer Sechsstädtebund und den sächsischen Herzog bewährten.

Erb Vartenberků